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Viele von uns kennen mittlerweile das Classic-Center-Versmold (CCV) – wir von Piazza Barchetta ja sowieso, konnten wir doch einzeln oder auch mit der gesamten Truppe bereits oft die fachliche Kompetenz, insbesondere aber auch die Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft der Truppe genießen.
Auch wenn sich uneingeweihten Außenstehenden dort anfangs manche Abläufe nicht gleich erschließen mögen, so steht doch am Ende eines (manchmal langen) Tages die b bzw. der Zweit-, Dritt- oder Viertwagen bestens repariert und wohlbehalten wieder auf allen Vieren. Die „3 von der Tankstelle“ Bruno, Jörg und Alex sind ein eingeschworenes Team und ich jedenfalls bin bei Problemen mit unserem Schätzchen immer nach Versmold gefahren mit der Gewissheit: Alles wird gut!!
Dafür möchte ich mich auch im Namen von Piazza Barchetta und aller anderen zufriedenen b-sitzer herzlich bedanken.
Und weil ich die drei Protagonisten (und andere dort gelegentlich auftauchende Akteure) nun schon etwas besser kenne, hat mich folgende Phantasie über eine Weihnachtsfeier im CCV nicht mehr losgelassen.
In diesem Sinne wünsche ich dem CCV ein wirklich geruhsames Weihnachtsfest und ein gutes erfolgreiches Jahr 2011.
Manfred
Es ist Heiligabend, 24.12.2010, 22:30 Uhr:
Das Classic-Center-Versmold macht heute wegen der noch kurzfristig terminierten Weihnachtsfeier früher zu.
Andächtig versammelt sich die gesamte Classic-Center-Crew an Hebebühne 3 unter dem von der hohen Werkstattdecke hängenden Kabelbaum. Er ist wieder einmal festlich geschmückt mit roten Tachonadeln und funkelnden Zündkerzen.
Auf der alten Palette links liegen – eines für jeden – nicht mehr abgeholte GLS-Pakete. In der eiligst aus zwei Krümmern zusammengeschweißten Krippe döst Simon der Kater und träumt von frühlingswarmen Mäusen.
Untermalt von den sonoren Stimmen seines 6-Zylinderchores erklingt aus dem lamettasilbernen W 111-Coupe auf der Hebebühne das Lied „Vom Himmel hoch, da komm ich her…“, wobei es langsam auf die Erde nieder kommt. Aus dem Motorraum des alten W 124 duftet es verlockend nach verbrannter Kupplung und in der Ölwanne des ehrwürdigen Pontons dampft rußwürziger Glühsantinwein. Alex fühlt sich unbeobachtet und verfeinert das Gebräu rasch noch mit einem kräftigen Schuss Paraflu.
Vor dem Rolltor stimmen drei eilige Kundenkönige „Macht hoch die Tür…“ an, damit ihnen aufgetan werde. Noch etwas außer Atem treten sie ehrfürchtig ein, überreichen huldvoll ihre mitgebrachten Ersatzteilgaben und bitten demütig um sofortigen Einbau.
Jörg lässt sich davon nicht irritieren, kostet von den matt glänzenden Ate-Printen und stellt fest, dass sie immer noch hart wie Bremsbeläge sind und genau so schmecken.
Bruno bittet um Ruhe und liest wie jedes Jahr aus der Weihnachtsgeschichte die Stelle vom Stern von Untertürckheim vor, der dort vor über 2000 Jahren aufging und ohne den sie alle nicht aus ihrer bitteren Not erlöst worden wären und immer noch in ärmlichen Ställen schrauben müssten.
In die folgende andächtige Stille hinein poltert durch die Hintertür Knecht Ruprecht Andreas und stößt mit grollender Stimme hervor: „Von drauß` von Bramsche komm ich her, mein Scheibenwischer geht nicht mehr!!!“ Er greift sofort in die umhergereichte Schale mit Chrom-Vanadium-Nüssen und alle freuen sich insgeheim, dass er die dicke 24er nicht geknackt bekommt.
Ganz hinten in der kalten dunklen Fahrzeughalle aber, rücken ein paar Italiener noch enger zusammen als sie sowieso schon stehen. Fröstelnd ziehen sie ihre Verdecke bis über beide Spiegel. Aus einem ihrer Radios erklingt immer leiser werdend das Lied „Buon Natale“, bevor auch die letzte nicht abgeklemmte Batterie ihren heiligen Geist aushaucht. Der lange Hanomag schließt ergriffen seine Türen und murmelt: „Ob meine Reise hier zu Ende ist?“.
Ja, so kehrt Ruhe ein an dem sonst so geschäftigen Ort. Friede, Freude und Besinnung greifen Platz.
Und über allem schwebt die himmlische Wenn Cam, um allen Menschen dieser Erde die frohe Botschaft zu überbringen: "Friede in Versmold und allen hat`s wohlgefallen“